Alltag im Grenzland: Schmuggel als ökonomische Strategie im by Mathias Wagner, Wojciech Lukowski

German 11

By Mathias Wagner, Wojciech Lukowski

Der in den 1990er Jahren eingeleitete Wandel politischer, ökonomischer und sozialer Strukturen in den Ländern Ostmitteleuropas führte zu Prozessen ausgeprägter sozialer Differenzierung. In den Grenzregionen entwickelten die Verlierer des Transformationsprozesses eine informelle Ökonomie, zu der auch der Schmuggel gehört. Als „Ameisen“ (pol. mrówki) sind die Schmuggler von Zigaretten, Wodka, Diesel und Benzin in Polen bekannt geworden. Der Sammelband stellt internationale Forschungsergebnisse vor, in denen die prekären Bedingungen des alltäglichen Überlebens in peripheren Regionen Ostmitteleuropas analysiert werden.

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Darüber hinaus verzerrt die Schattenwirtschaft den Wettbewerb und gefährdet so die Existenz von legal tätigen Firmen. Sie verleitet die Menschen dazu, für kurzfristige Vorteile die Entwicklung persönlicher Perspektiven zu vernachlässigen. Wirtschaftliche Aktivitäten dieser Art streben nach raschen Gewinnen und einer sichtbaren Verbesserung des Lebensstandards. Viele Familien unterlassen die Absicherung ihrer Zukunft und bedenken nicht, dass ihre Einnahmequellen an der Grenze, z. B. durch die Änderung der Rechtslage, versickern können.

In garantierten Rentenansprüchen, Kündigungs- und Arbeitsschutz, Mitbestimmungsrechten sowie 2006. 2007 und der damit zusammenhängenden kostenintensiven Schengen-Visumpflicht die Schmuggeltätigkeit an Lukrativität verloren hat. ). Schmuggel hingegen ist genau wie die oben benannten atypischen Beschäftigungsformen eine äußerst unsichere Einkommensart: „Diese [atypischen] Beschäftigungsformen werden in Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis als prekär bezeichnet, um damit die Unterschreitung materieller, rechtlicher und sozialer Standards zu markieren (Hardering 2009: 133, Hervorhebung im Original).

Trutkowski/Mandes 2005: 228) Die Vergesellschaftung fördert in vielen Fällen Misstrauen, soziale Spaltungen und Distanz, wie ein Unternehmer berichtet: „Hier regieren Seilschaften. Ein junger Mensch ohne Bekanntschaften kann sich hier einfach nicht durchsetzen. (…) Hier wird alles auf dem Fundament von Seilschaften, von Kontakten geregelt … eine Art gegenseitiger Hilfe. Eine Hand wäscht die andere. Ohne Schmiergelder … aber unter Kollegen. “ Allzu starke familiäre Bindungen können soziales Misstrauen schüren.

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